Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie
Oberdürrbacher Str. 6
97080 Würzburg
Direktor
Prof. Dr. med. Markus Böck
Universitätsklinikum Würzburg
Oberdürrbacher Straße 6
97080 Würzburg
Tel.: 09 31-201 313 00
Fax: 09 31-201 313 76
e-mail: Markus.Boeck@mail.uni-wuerzburg.de
Vorlesung Transfusionsmedizin
Der interessante Fall
Herstellung / Indikation von Erythrozytenkonzentraten (EKs)
Ein 72-jähriger Patient, bei dem vor 3 Jahren eine Chronisch Lymphatische Leukämie (CLL) diagnostiziert worden war, muss regelmäßig mit Erythrozytenkonzentraten transfundiert werden. Im Laufe der zurückliegenden 6 Monate wurden insgesamt 16 Erythrozytenkonzentrate transfundiert. Während die ersten 4 Erythroyztenkonzentrate problemlos vertragen wurden, trat danach regelmäßig bei jeder Transfusion ein ausgeprägtes feinfleckiges Exanthem am gesamten Stamm auf, das mit heftigem Juckreiz verbunden war. Diese Symptome hielten bis 4-6 Stunden nach Transfusion an, bevor sie spontan verschwanden. Sie waren für den Patienten sehr unangenehm und mit erheblichen subjektiven Beeinträchtigungen verbunden.
Wegen des Verdachtes auf eine allergische Reaktion wurden dem Patienten bei allen weiteren Transfusionen ca. 30 Minuten vor der jeweiligen Transfusion Antihistaminika und Steroide i.v. appliziert. Dies hatte jedoch nur geringen, manchmal gar keinen Einfluss auf die Ausprägung der Symptomatik.
Nachdem der Patient auch in nächster Zeit noch öfter Erythrozytenkonzentrate benötigen wird und die Gabe von Anithistaminika und Steroiden offensichtlich das Problem nicht beseitigen kann, muss eine neue Transfusions-Strategie entwickelt werden.
Welche könnte dies sein?



