Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie
Oberdürrbacher Str. 6
97080 Würzburg
Direktor
Prof. Dr. med. Markus Böck
Universitätsklinikum Würzburg
Oberdürrbacher Straße 6
97080 Würzburg
Tel.: 09 31-201 313 00
Fax: 09 31-201 313 76
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Vorlesung Transfusionsmedizin
Grundsätzlich funktionieren die meisten immunhämatologischen Untersuchungsmethoden nach dem Testprinzip der Agglutination.

Trifft ein Antigen auf der erythrozytären Oberfläche mit dem korrespondierenden Antikörper zusammen, so entsteht eine Antigen-Antikörper-Reaktion, welche in einem „Zusammenballen“ (Agglutination) der Erythrozyten resultiert. Es entstehen „Erythrozyten-Klumpen“ (Agglutinate), deren Durchmesser erheblich größer ist als derjenige eines einzelnen Erythrozyten. Diese Agglutinate können nun auf verschiedene Weise sichtbar gemacht werden. Zwei dieser Methoden sollen im folgenden dargestellt werden:
a) Röhrchen-Agglutinations-Methode
Erythrozyten und Antikörper bzw. zu testendes Serum werden in ein durchsichtiges Reagenzgläschen gegeben. Befindet sich im Serum ein Antikörper, der mit einem Blutgruppenantigen auf der Oberfläche der Erythrozyten reagiert, kommt es zur Agglutination. Diese wird durch eine anschließende Zentrifugation verstärkt, da hierdurch die Erythrozyten in dichteren Kontakt untereinander kommen. Nach dem vorsichtigen Aufschütteln des entstandenen Erythrozyten-Pellets kann man visuell die Agglutinate beurteilen.

- Röhrchen-Agglutination (unterschiedlich starke Agglutinate)
Diese Methode wird seit vielen Jahrzehnten in der Blutgruppenserologie angewandt und hat auch heute noch ihren Stellenwert im Spektrum der Techniken. Da die Qualität der Ergebnisse jedoch sehr von der jeweiligen Erfahrung und dem Können desjenigen abhängt, der die Untersuchung durchführt, wird diese Technik heute immer mehr von moderneren, besser standardisierbaren Methoden der Visualisierung verdrängt.
b) Säulen-Agglutinations-Methode
Diese Methode basiert auf der Visualisierung von Agglutinaten in Säulen, welche mit speziellen Gel-Kügelchen gefüllt sind.

In der Reaktionskammer im oberen Teil der Säule werden Erythrozyten und Antikörper bzw. zu testendes Serum zusammen gegeben. Nach einer definierten Inkubationszeit, in der es bei entsprechender Antigen-Antikörper-Konstellation zu einer Agglutinat-Bildung kommt, wird die gesamte Säule in einer Spezialzentrifuge zentrifugiert. Sind keine Agglutinate vorhanden, so werden die Einzel-Erythrozyten aufgrund ihres kleinen Durchmessers leicht durch das Gel gepresst. Am Ende der Zentrifugation imponiert ein roter „Knopf“ am Boden der Säule. Sind dagegen Agglutinate gebildet worden (d.h. hat eine Antigen-Antikörper-Reaktion stattgefunden), so können diese aufgrund ihres größeren Durchmessers nicht durch das Gel gepresst werden und imponieren als roter Ring oben auf der Gelmasse. Finden sich nach Zentrifugation rote Bezirke innerhalb der Gelmasse, so ist dies ein Zeichen dafür, dass kleinere Agglutinate gebildet wurden. Dies entspricht einer schwachen Antigen-Antikörper-Reaktion.
Die Beurteilung der Säulen erfolgt visuell durch den Untersucher. Inzwischen sind jedoch auch Geräte auf dem Markt, welche eine automatisierte Beurteilung ermöglichen.

- Säulen-Agglutinations-Mehode
Neben der Röhrchen- und der Säulen-Agglutinationsmethode gibt es noch weitere Methoden der Visualisierung, auf die jedoch in dieser Vorlesung nicht weiter eingegangen werden soll.




